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Hauskauf Chronicles

Donnerstag 7.1.:

Heute haben wir beschlossen, ernsthaft nach einem Haus für uns zu schauen, nachdem wir seit Monaten schon darüber sprechen, irgendwann mal ein Haus in Schweich anzuschaffen. Im Internet wurden wir schnell fündig. Zwar war das Haus mit Baujahr 1955 sanierungsbedürftig und im Internet alles andere als ansprechend dargestellt, aber wir dachten, gucken kostet ja nichts und vereinbarten telefonisch einen Besichtigungstermin.

Samstag 9.1.:

Begegnung der besonderen Art: Der erste Eindruck vom Haus war eher negativ. Man kam herein und sah zwei kleine verwinkelte Räume mit sehr niedrigen Decken. Das Bad im Erdgeschoss dagegen war mit ca. 6qm und Tageslicht recht positiv zu bewerten. Positiv war auch das großzügig gestaltete Treppenhaus. Im ersten Stock angekommen bot sich ein besseres Bild: Eine verwinkelte, aber helle und relativ große Küche (ca. 12qm), ein helles Schlafzimmer mit angeschlossenem Ankleidezimmer, ein großzügiges Bad (8qm) mit Tageslicht und im Anbau ein sehr großes (ca. 25qm) und helles Wohnzimmer. Auch die Decken haben eine vernünftige Höhe. Hinterm Haus befindet sich ein kleiner Innenhof (ca. 16qm) und der nur 5m breite, aber 60m lange Garten. Vom Innenhof aus gelangt man in den Partyraum, der unterhalb des Wohnzimmers liegt. Am Ende des Gartens befindet sich eine Garage.
Man muss noch erwähnen, dass das Haus den klassischen Charme einer 60er-Jahre-Senioren-Wohnung hat inklusive Blümchenfliesen, klobigen Ölöfen, beigen und giftgrünen Bad-Armaturen und dunkelbraunem Teppichboden. Doch trotzdem: Wir haben uns an dem Tag in das Haus verliebt.

Sonntag 10.1.:

Beim Sonntäglichen Besuch bei meinen Eltern, malten wir Ihnen den Grundriss des Hauses auf. Es wurde wegen der fehlenden rechten Winkeln als Nappo-Haus bezeichnet und ausgelacht.

Montag, 11.1.:

Am Montag machten wir Termine aus mit der Bank, die uns den ganzen Spaß finanzieren soll. Zusätzlich haben wir noch zwei kompetente Gutachter besorgt: Ein Bauunternehmer in Ruhestand und ein Energieberater.

Mittwoch, 13.1:

Mittwochs sind wir zur Bank gegangen und haben alles für die Finanzierung abgeklärt. Es gab keine Probleme. Wir bekamen außerdem die Grundrisse und stellten fest, dass das Haus bereits eine Bauphase VOR 1955 hatte. Die vier Grundmauern sind wohl 100 Jahre alt.
Am Abend stießen wir auf den ersten Meilenstein an. Etwas voreilig….

Freitag, 15.1.:

Freitags war der Termin im Haus mit unseren Gutachtern. Die Substanz wurde für gut befunden, und auch das Dachgebälk ist in Ordnung. In den Wänden wurde etwas Feuchtigkeit festgestellt, was bei Häusern aus der Jahrhundertwende aber normal sei. Schlimmer war die Aussage, dass das Dach neu eingedeckt werden müsse. Unsere geplanten Sanierungskosten würden mit Trockenlegung und Dach um 30% höher als eingeplant.

Dienstag, 19.1.:

Nach langem hin-und her überlegen, gaben wir Dienstag das erste Angebot ab, blieben aber aufgrund der erwarteten Sanierungskosten weit unter dem angegebenen Preis des Verkäufers. Das Angebot war gültig bis Freitags.

Donnerstag 21.1.:

Bei einem erneuten Gespräch mit dem Bauunternehmer, betonte dieser nochmal, wie gut das Haus für das Alter in Schuss ist. Und das Dach würde auch noch locker 10 bis 15 Jahre halten. Das war eine äußerst erfreuliche Aussage.

Freitag, 22.1.:

Wie erwartet lehnte der Verkäufer das Angebot ab. Stattdessen erwähnte der Makler einen anderen Interessenten, der nur unwesentlich von der Preisvorstellung des Verkäufers abgewichen ist, aber noch Probleme mit der Finanzierung hatte. Er empfahl uns, ein höheres Angebot abzugeben. Wir taten dies auch und machten ein Angebot, das bis 29.1. gültig war.

Samstag, 23.1.:

Wir haben eine Anzeige in der Zeitung geschaltet. Einige Anrufe kommen, aber nur für teure, große, fertige Häuser. Lesson learned: Niemals „solvent“ in eine Suchanzeige schreiben, wenn man keine Millionen auf dem Konto hat!

Mittwoch, 27.1.:

Mittwochs besichtigten wir ein weiteres sanierungsbedürftiges Haus. Die Lage war toll und das Haus hatte auch gewissen Charme, aber es war viel zu klein. Man hätte höchstens nette 2ZKB daraus machen können. Der Zustand war auch nicht so gut, sogar als Laie erkannte ich die Feuchtigkeit in den Wänden. Kein Vergleich zum ersten Haus und nach kurzem Nachdenken auch keine Option. Dafür wuchs der Wunsch nach dem ersten Haus…

Donnerstag 28.1.:

Wir riefen beim Makler an. Der vermutet, dass der andere Interessent wohl den Kredit bekommt. Das war eine sehr große Enttäuschung, schließlich mochten wir das Haus! Doch bei dem gebotetenen Preis wollten wir einfach nicht mithalten. Und es gibt ja noch mehr Häuser auf der Welt, die Suche geht weiter, wir werden schon noch das richtige finden. Am gleichen Tag besichtigte ich ein etwas neueres Haus (ohne Gunnar, dafür mit Daniel als Kompetenzteam). Das halbe Haus war noch im Rohbauzustand, bei der anderen Hälfte wurde überall gemurkst. Definitiv nicht das Richtige!
Parallel dazu hatte Gunnar hat Termin mit einer Fertighausfirma. Ein Neubau ist jedoch definitiv teurer als ein gebrauchtes Haus, auch wenn einige anderes behaupten. Dazu kommt, dass ein Neubau einfach kalt und unpersönlich ist. Wir schließen die Option nach einem kurzen Gespräch aus. Ebenso die Überlegung, statt eines Hauses eine Eigentumswohnung zu nehmen, ist schnell vom Tisch.

Freitag 29.1.:

Ich besichtigte ein weiteres Haus (wieder ohne Gunnar). Ich muss sagen, für dieses Haus konnte ich mich echt begeistern! Vor 10 Jahren komplett saniert und hübsch renoviert, Echtholzparkett, große Räume, sehr hell und freundlich, mitten in der Stadt. Kleiner Garten über den Hof erreichbar. Es machte alles einen sehr guten Eindruck und kostete nur wenig mehr als unser vorgestelltes Budget.

Samstag 30.1.:

Gunnar besichtigte das neue Haus direkt am nächsten Tag. Auch er zeigte große Begeisterung. Das restliche Wochenende verbringen wir damit, das Haus im Kopf einzurichten.

Montag 1.2:

Am Montag stellten wir eine Angebotsanfrage bei der Bank für den geänderten Finanzierungsbedarf. Anschließend machten wir direkt einen Termin aus mit dem Energieberater und dem Makler des neuen Hauses. Außerdem informieren wir unseren Vermieter, dass es sein könnte, dass wir bald ausziehen werden.

Dienstag, 2.2.:

Dienstag dann das Unerwartete: Es kam ein Anruf vom Makler des alten Hauses. Er glaubt nun doch nicht mehr an die Finanzierung des anderen Interessenten. Wir sollten nochmal ein Angebot abgeben, er würde dann versuchen, den Verkäufer dazuzubringen, das Angebot anzunehmen.
Entscheidung…. Altes Haus oder neueres Haus?
Nach zwei Stunden dann die Herzentscheidung: Altes Haus! Alte Liebe rostet nicht! ;-) .
Abends wollte ich dann mit Gunnar sprechen. Der hat mittlerweile das neue Finanzierungsangebot. Durch die fehlende KFW-Finanzierung würde uns im Gesamten das neue Haus 70% mehr kosten als das alte Haus inkl. Sanierung. Somit kam zur Herzensentscheidung auch die Vernunftsentscheidung fürs alte Haus.
Abends haben wir dann ein letztes Angebot fürs alte Haus abgegeben, das immernoch 16% unter den Vorstellungen des Verkäufers lag.

Mittwoch, 3.2.:

Abends kam eine Nachricht vom Makler des alten Hauses, dass er Donnerstag einen Termin mit dem Verkäufer hat und uns bis Freitag Bescheid gibt.

Donnerstag 4.2.:

Besichtigungstermin mit dem Energieberater in dem neuen Haus. Sicherheitshalber haben wir den Termin nicht abgesagt. Folgende Diagnose beim neueren Haus: Wände haben aufsteigende Feuchtigkeit (bei alten Häusern normal), muss aber gemacht werden (Mineralputz oder Injektion). Dazu hält der Dachstuhl (nur) noch 15-20 Jahre, in der Garage sollte wegen der Feuchtigkeit der Putz abgeschlagen werden, genauso im Keller. Garagenwand sollte oben mittels Injektion trockengelegt werden, um das darüberliegende Wohnzimmer zu schützen. Die oberste Geschossdecke soll gedämmt werden und die Fenster evtl. erneuert. Aber man könne direkt einziehen und sonst ist alles in Ordnung.
Vom alten Haus haben wir noch nichts gehört und ich bin furchtbar nervös…

Freitag, 5.2.:

Vormittags kam ein Anruf vom Makler des alten Hauses und zeitgleich eine Email mit der Information, dass der Verkäufer das Angebot angenommen hatte! Mir fiel ein gigantischer Stein vom Herzen. Nach all dem Hin und Her endlich die Entscheidung!!! *freu*
Wir machten für Dienstags einen Termin aus, um mit dem Verkäufer zusammen die Details zu klären. Hoffentlich geht jetzt nichts mehr schief…
Am Wochenende holten wir die Grundrisse wieder aus der Schublade und fingen an zu planen.

Dienstag, 9.2.

Im Gespräch mit dem Verkäufer einigten wir uns auf den 1.4.2010 für die Schlüsselübergabe. Bis dahin gibt’s noch Termine beim Notar und der Bank und einiges bürokratisches Hin und Her. Wir sind unserem Häuschen jetzt seeeehr nahe.

Freitag, 19.2.

Beim Notartermin lief soweit alles glatt. Wenn jetzt nicht die Stadt auf einmal einen Parkplatz auf dem Grundstück erreichten möchte oder ein neues Schwimmbad dort bauen will, dann gehört das Haus uns :-)

Dienstag, 30.3.

Wir haben immernoch nichts vom Notar gehört. Aber es kam bereits eine Rechnung über den Grundschuldeintrag bei der Bank an. Als ich den Rechnungsbetrag sah, habe ich beschlossen in meinem nächsten Leben Notar zu werden….

Samstag, 10.4.

Immernoch kein Brief vom Notar. Aber eine weitere Rechnung. Die Verbandsgemeinde bittet zur Kasse für das Ausstellen der Bestätigung, dass die Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet. Umsonst gibts wohl heute nichts mehr…. Aber netterweise wurde die Rechnung zwischen Gunnar und mir zu gleichen Teilen aufgeteilt und so bekam jeder einen Brief mit dem halben Betrag. Habs mal in einem Betrag überwiesen und hoffe es führt auf Verwaltungsseite nicht zu allgemeiner Verwirrung ;-)

Freitag, 23.4.

Heute kam endlich das Schreiben vom Notar mit der Zahlungsaufforderung für den Kaufpreis. Der Hauskauf ist damit nicht mehr aufzuhalten. Endlich! Der Notar wird jetzt nach der Kaufpreisüberweisung den Grundbucheintrag ändern lassen.

Vom Beschluss, ein Haus zu kaufen bis zur Kaufpreisfälligkeit: 106 Tage.
Vom Notartermin bis zur Kaufpreisfälligkeit: 63 Tage.
Von der Kaufpreisfälligkeit bis Einzug: Abwarten ;-)

Dienstag, 03.5.

Von der Bank bekamen wir eine Rechnung weitergeleitet vom Amtsgericht. Die Rechnung über den Grundbucheintrag für die Grundschuld. Dummerweise dachten wir, diese Kosten wären bereits in der Notar-Rechnung enthalten….. Schade.

Samstag, 08.5.

Das Finanzamt hat gemerkt, dass wir Grund und Boden gekauft hat und hat uns die Rechnung über die Grunderwerbssteuer zugesandt.

Samstag, 23.6.

Es ist vollbracht. Heute kam die Bestätigung über den Grundbucheintrag. Natürlich nicht ohne eine Rechnung vom Amtsgericht…. Aber egal, jetzt gehört das Haus endlich uns!