Kalender

January 2016
M T W T F S S
« Apr    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Nach dem Blowerdoortest ist vor dem Blowerdoortest...

Diese Woche gabs wieder einiges zu tun. Donnerstag entfernte ich die Randdämmstreifen und die überschüssige Folie. Sieht simpel aus, ist aber eine Mistarbeit. Außerdem tun danach die Knie weh. Der Estrich ist zwar nicht richtig trocken, aber schon ganz schon hart….



Normalerweise wird der Dämmstreifen so hoch gelassen, dass auch der Bodenbelag davon umschlossen ist. Da wir aber eh schwimmend verlegtes Parkett haben, war das nicht notwendig.
Anschließend kürzte ich noch die Türzargen. Dabei merkte ich, dass sich in der Ecke neben der Tür die Folie von der Wand gelöst hatte. Man hatte einen freien Blick auf die darunter liegenden Dielen. Natürlich vermutete ich dort dann DIE große Leckstelle. Und was tat ich also? Ich klebte WIEDER EINMAL alle Lüftungsöffnungen ab und baute das mir mittlerweile verhasste Blower Door Messgerät nocheinmal auf. Hilfe bekam ich von Stefan und Uwe, wobei es diesmal Uwe war, der den größten Spaß hatte:



Der hübsche Hut ist übrigens die Ventilatorabdeckung, schick in Form gehalten von zusammengerollten Druckmessschläuchen….

Leider stellten wir fest, dass die offene Stelle neben der Tür keinen Einfluss auf das Messergebnis hatte :roll: :-(
Da wir aber ja eh dabei waren, gingen wir nochmal auf Leckagesuchen. Dazu erzeugten wir Unterdruck und fühlten mit den Händen nach Luftzügen. Da das Wohnzimmer als größtes Leck behoben war, kamen die anderen Leckagen dadurch besser zur Geltung. Und so hatten wir tasächlich nochmal Erfolg bei der Suche. Neben den Türzargen im Obergeschoss sind auch unsere Fensterbänke ein Problem. Die liegen oben auf dem unverputzen Mauerwerk auf und sind noch nicht mit Acryl verfugt. Da ziehts ganz schön durch. Mit Abkleben der Fensterbänke und der Türzargen kamen wir auf einen Wert von 1,85. Wenn man jetzt die bekannten, aber noch nicht behobenen Schwachstellen dazunimmt (Dachluke, vereinzelte Steckdosen), erreichen wir schätzungsweise 1,75. Aber 1,75 ist nicht 1,5. Und somit sind die Fördergelder immernoch weit weg.

Außerdem ist es nicht ganz so einfach, die gefundenen Schwachstellen dicht zu bekommen. Die Fensterbänke sind kein Thema, da kommt eine Acrylfuge hin und gut ist. Bei den Türzargen ist es auch kein Problem, da kann man auch mit Acryl oder Silikon arbeiten. Außer im Wohnzimmer. Da war das Problem auch nicht direkt die Türzargen, sondern der Boden im Türrahmen. Der alte Dielenboden des Wohnzimmers zieht sich nämlich dummerweise bis unter die Tür hindurch. Haben wir natürlich nicht beachtet. Das heißt, die Luft konnte über die Türzarge (weil da unten ein Spalt ist für den Bodenbelag) in den Boden, durch die alten Dielen und war dann in dem Hohlraum unter dem Wohnzimmerboden. Und verschwand in der Wand. Wieso ich in der Vergangenheit rede? Naja, da wir da keine Chance haben, dort etwas mit Silkon oder Acryl auszurichten, griffen wir zu einer etwas männlicheren Methode und machten auf der obersten Stufe des Wohnzimmerzugangs einfach neuen Estrich, und verhinderten so, dass die Luft weiterhin dort abhauen kann:



Es handelt sich bei dem Material um eine schnelltrocknende Ausgleichsmasse, die nach 3 Stunden begehbar sein sollte. Das heißt sie zog so schnell an, dass man bereits nach einer Stunde beruhigt eine Katze darauf herumspazieren lassen konnte. Aber unsere Katzen haben scheinbar keine Stunde Geduld. Angelockt von unseren stolzen Begeisterungsbekundungen beim Blick auf unseren ersten eigenen Estrich, sprang die kleine Katze kurzerhand in die flüssige Ausgleichsmasse. :roll: Vor lauter Schreck dann natürlich direkt weiter ins Wohnzimmer. Ergebnis sind nun Katzenpfotenabdrücke im Wohnzimmer auf dem Estrich und eine Katze, die immernoch damit beschäftigt ist, Estrichkrümel zwischen ihren Katzenzehen rauszupuhlen. Katzen und Estrich sind einfach eine furchbar schlechte Kombination…..

Aber alte Häuser und Luftdichtheit ist auch eine schlechte Kombination, so what? Thema Luftdichtigkeit ist erstmal auf Eis gelegt. Wir werden das teufliche Messgerät schnellst möglich abgeben. Dann werden wir nach und nach die Schwachstellen beheben. Also in erster Linie mal die lang vor uns her geschobenen Verfugungen überall herstellen. Und dann, wenn es draußen kälter ist, gönnen wir uns nochmal einen richtigen Blower Door Test mit Thermografie. Erst dann können wir ganz sicher sagen, wo noch Schwachstellen sind. Dann entscheiden wir weiter. Für eine solche Messung ist aber ein deutlicher Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen notwendig. Mein Ziel ist es, dann auch direkt eine Thermografieaufnahme unseres ganzen Straßenzugs zu bekommen. Nur so zum Angeben ;-)

Gestern haben wir dann spontan einen Schirmständer im Innenhof einbetoniert. Den Schirm hatten wir schon vor Wochen gekauft und wollten ihn dann montieren, wenn feststeht, wiehoch das Pflaster genau kommen wird. Da es bei dem Ständer aber eigentlich nicht genau darauf ankommt, ob der jetzt nachher einen cm über oder unter den Pflastersteinen rausguckt, wollten wir damit nicht auf eine Aussage des Pflasterers warten. Da dieser aktuell keine Zeit hat, könnte das nämlich noch dauern. Mit dem Schirm haben wir dann die Möglichkeit, auch bei etwas Regen gemütlich draußen zu sitzen. Besonders in Zeiten ohne Wohnzimmer, bekommt so eine Möglichkeit eine ganz neue Bedeutung ;-)
Da wir uns einen nicht allzu dezenten Schirm gegönnt haben, sondern eine riesigen Rechteckschirm von 3m x 3m, musste der Ständer auch ordentlich einbetoniert werden. Zuerst kam Gunnar und machte ein ordentliches Loch in den Boden:




Anschließend richtete ich den Schirmständer in mühsamer Kleinarbeit aus. Die Position musste genau stimmen und der Ständer musste natürlich zu allen Seiten genau in der Waage sein. Endkontrolle machte die Katze:



Und ich bin mir sehr sicher, dass der so perfekt ausgerichtete Ständer, mit Abstand der waagerechteste Gegenstand im ganzen Haus ist:



Anschließend rührten wir Beton an und gossen den Ständer ein:



Dabei half uns Daniel. Die größte Hilfe von ihm war aber, dass er als einziger mal die Anleitung gelesen hat (bestimmt nur aus Langeweile) und merkte, dass wir den Ständer um 45 Grad verkehrt einbetoniert haben. Nach einigem Hin und Her reichte es aber, den Ständer nur ca. 10 Grad im Uhrzeigersinn zu drehen. Das war zum Glück noch möglich. Jetzt ist er zwar nicht mehr parallel zur Hauswand, aber ich denke, es ist bei uns absolut kein Problem, irgendeine Mauer zu finden, zu der der Schirmständer parallel ist ;-)

Der Estrich im Wohnzimmer trocknet weiter vor sich hin. Plan ist: spätestens Samstag wird das Parkett gelegt. Im Moment sieht es gut aus, tagsüber ist die Luft draußen schön trocken, das beschleunigt die Trocknung. Evtl helfen wir noch mit einem Kondenstrockner nach. Wir hatten die Woche bereits einen, allerdings verlor der nicht unwesentlich Wasser, so dass er zwar eine Menge Wasser aus der Luft filterte, aber gleichzeitig ein ca. 2qm große Wasserlache verursachte, wo nun der Estrich trocknungsmäßig wieder am Anfang steht… Evtl bekommen wir noch einen neuen, dann wird das mit nächstem Wochenende ganz sicher klappen. Ohne Kondenstrockner bleibt nur beten und hoffen. Noch eine Woche länger ohne Wohnzimmer und mit Staub und Chaos im Haus und ich wander aus. Irgendwohin, wo es keine Häuser gibt…. :evil:

Share

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>