Kalender

January 2016
M T W T F S S
« Apr    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Wie Sie sehen, sehn Sie nichts...

Diese Woche gibts mal wieder was zu erzählen. Montag vereinbarten wir einen Termin für Samstag mit unserem Fensterbauer, der uns netterweise einen Ventilator zur Blowerdoor Messung ausleihen wollte. In der Woche klebten wir dann noch einige markanten Stellen ab. Dabei gabs dann ein paar elektroinstallationstechnische Kollateralschäden, erzeugt durch mich, ganz gemäß der Weisheit “Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt”:



Das war übrigens die Abdeckklappe, wo die Signalkabel zum Beamer rauskommen. Nachdem dieses Hindernis beseitigt war, konnte ich dort die Kabeldurchführung (die direkt ins undichte Mauerwerk geht) abkleben. Getreu dem Motto “Viel bringt viel” sparte ich auch nicht am Klebeband:



Samstag morgen klebten wir dann, wie schon vor vier Wochen beim “richtigen” Blowerdoortest die Lüftungsöffnungen ab:



Dann konnte es losgehen. Von einem Freund von Gunnar hatten wir uns eine Nebelmaschine geliehen. Damit wollten wir rausfinden, wohin die Luft im Wohnzimmer tatsächlich entweicht. Vermnutung war ja weiterhin der Wohnzimmerboden. Zuerst wurde der Ventilator eingebaut. Diesmal wählten wir das Fenster oben im Flur. Da unser Fensterbauer und sein Mitarbeiter normalerweise selber keinen Blowerdoor Test durchführen und demzufolge auch eher selten eine solche Konstruktion montieren, war der Aufbau diesmal ein kleines Abenteuer:



Aber mit vereinten Kräften und der Bedienungsanleitung schafften wir es in nur ca. 45 Minuten, das Ding ins Fenster zu hängen. Danach wurde der Aufbau noch einer abschließenden Sichtprüfung unterzogen:



Dann gings los. Wir schalteten das Gerät auf Überdruck. Auf dem Bild sieht man schön, wie sich die Plane nach Außen wölbt:



Bevor wir aber die Nebelmaschine einschalteten, kam unser Fensterbauer auf die gute Idee, die Rauchmelder abzuschalten. Na, das wäre ein schöner Lärm geworden… Wo wir dann gerade so weitsichtig waren, riefen wir auch noch die Feuerwehr an und sagten Bescheid, dass wir einen Blower Door Test mit Nebel machen würden und sie nicht ausrücken bräuchten, falls jemand Rauch aus dem Haus kommen sieht. Im Nachhinein sind wir froh, dass es gestern nicht dummerweise gebrannt hat. Denn erstens hätten die Rauchmelder nicht reagiert, zweitens wäre keine Feuerwehr gekommen und drittens hätte man mal der Versicherung erklären müssen, dass man der Feuerwehr vorher Bescheid sagt, sie bräuchten nicht löschen zu kommen… öhm…ja. ;-) Aber zurück zur Messung.

Wir nebelten ordentlich das Haus ein. Hier mal ein Blick ins Wohnzimmer, ganz im Stil eines November-Morgens am See:



Obwohl neben dem Nebel auch ordentlich Rauchschwaden zu sehen war, konnte wir keine Bewegung erkennen, die wirklich richtung Boden ging. Eigentlich war gar keine Bewegung zu erkennen. Egal wo wir unser Haus einräucherten, es gab keine klar erkennbare Richtung, wo die Luft hinzog. Nur der Nebel lichtete sich nach und nach.
Hm. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wo geht die Luft hin? Ist nun der Boden die Schwachstelle oder was ganz anderes? Ist es überhaupt das Wohnzimmer? Oder sollten etwa meine vorangegangenen Abklebungen schon zu einem luftdichten Haus geführt haben? Goethe triffts ganz gut: “Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor…”

Wir beschlossen mit dem Ventilator eine richtige Blower Door Messung zu machen. Dazu gingen wir die Anleitung des Geräts Schritt für Schritt durch. Am Ende erhielten wir einen Wert von 2,17. Das ist natürlich noch zuviel, aber immerhin schon enorm besser als bei dem Test vor 4 Wochen. Also haben die Abklebungen tatsächlich was gebracht. Mittlerweile waren schon mehrere Stunden vergangen und unser Fensterbauer musste so langsam los. Aber er war so nett, uns das Gerät da zu lassen. Prima. Wir hatten also das ganze Wochenende Zeit, weiter zu messen.

Also ging es weiter. Wir klebten die Wohnzimmertür ab und führten erneut eine Messung durch. Wir erreichten einen Wert von 1,6. Wieder mal ein Hinweis, dass es am Wohnzimmer liegt. Neues Fenster, neues Glück: Da wir ja nichts weiter vor hatten an dem Nachmittag, bauten wir den Ventilator kurzer Hand in eines der Wohnzimmerfenster ein:



Wir klebten die Wohnzimmertür ab und führen den Test nur fürs Wohnzimmer durch. Und kamen auf einen Wert von 5,7 :shock: Damit sollte prinzipiell jeder Zweifel vom Tisch sein, dass es am Wohnzimmer liegt. Wir haben danach nochmal das ganze Haus gemessen, um sicher zu gehen, dass wir nicht nur beim Umbau des Ventilators geschlampt haben und so diesen schlechtenh Wert verursachten. Aber der Wert war nahezu identisch mit dem ersten gemessenen Wert.

Da Blower Door Messungen so einen Spaß machen, haben wir heute morgen dann nochmal das Gerät eingebaut. Wir wählten wieder das Wohnzimmerfenster, erzeugten diesmal Unterdruck und gingen durchs ganze Haus um weitere Schwachstellen zu suchen. Dazu reicht es, bei markanten Stellen mal die Hand hinzuhalten. Auch bei kleinen Leckagen ist dann ein deutlicher Luftzug zu spüren. Und wir wurden fündig. Neben dem Sicherungskasten (den ich eigentlich schon ordentlich abgeklebt hatte :oops: ), und einem unsauber abgeklebten Lüftungsauslass waren es besonders Steckdosen, wo die Luft durchkam. In Vorwände eingebaute Steckdosen (wie in unserem Bad oben) sind enorme Schwachstellen, wenn man keine winddichten Dosen nimmt. Haben wir natürlich nicht getan, also ziehts da. Je nach Druckverhätnissen ersetzt der Luftzug aber wenigstens den Fön. Auch eine Möglichkeit Energie zu sparen, immerhin ;-)
Nachdem wir jedenfalls heute morgen dann alle gefundenen Lackagen provisorisch abdichteten, kamen wir bei einer erneuten Messung nochmal auf eine Verbesserung um 0,4. Wenn wir diese gefundenen Lecks (soweit möglich) also jetzt abdichten und dann noch den Wohnzimmerboden neu aufbauen, diesmal mit luftdichter Ebene, dann sollten wir unseren Wert von 1,5 erreichen. Auch wenn noch eine kleine Restunsicherheit bezüglich des Bodens bleibt. Die Nebelmaschine brachte da ja leider nicht die große Erkenntnis, allerdings war bei Unterdruck entlang der Fugen ein deutlicher Luftzug zu spüren.

Wenn alles klappt, werden wir das kommende lange Wochenende nutzen, um den Boden aufzubauen. Wenn wir Glück haben, können wir den Ventilator sogar die ganze Woche behalten, so dass wir beim Aufbau des Fußbodens direkt nochmal messen können, ohne uns den Ventilator erneut leihen zu müssen.

Und bis dahin werde ich tapfer Steckdosen von innen luftdicht machen… :roll:

An dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an unseren Fensterbauer Herrn Bee und Herrn Emmerich, von der Fa. BFT für den Ventilator und die unermüdliche Unterstützung beim Detektivspielen nach den Schwachstellen … und das obwohl die Fenster und Türen als einzige Bauteile im ganzen Haus wirklich keine Undichtigkeit zeigen! Großes Kompliment!

Share

1 comment to Wie Sie sehen, sehn Sie nichts…

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>