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Dinge, die man am Freitag, den 13. nicht tun sollte....

… da steht für mich jetzt ganz oben: Blowerdoor Test.

Na gut, so wirklich mit Glück oder Pech hat das ja nichts zu tun. Aber erstmal von Anfang an. Gestern nachmittag war die Blowerdoor Messung. Mit einem solchen Test misst man die Luftdichtigkeit eines Hauses. Die ist daher wichtig, weil die beste Dämmung nichts nützt, wenn an der Dämmung vorbei durch irgendwelche Fugen, Ritzen und Löcher die kalte Luft reinpfeift. Neben den höheren Heizkosten hat man an solchen Stellen dann das Problem, dass durch die kalte Luft dort Schimmel entstehen kann. Also sollte ein Haus schön luftdicht sein. Ein Passivhaus benötigt einen Wert besser als 0,6. Ein Haus mit Lüftungsanlage 1,5. Eines ohne Lüftung 3,0. Wir benötigen also einen Wert von 1,5. Wieso “benötigen”? Zum einen, weil es so in der EnEV vorgeschrieben ist, zum anderen, weil davon die Fördergelder vom Land abhängen. Wenn wir also das Geld haben wollen, für dass ich jetzt monatelang gekämpft habe, benötigen wir eine Blower Door Messung mit dem Ergebnis 1,5 oder besser. Und da gehts um einen nicht unerheblichen Betrag. Demzufolge waren wir gestern auch ordentlich nervös. Na gut, eigentlich nur ich. Gunnar, der alte Optimist macht sich da eigentlich keine Sorgen.

Hier einmal Dinge, die luftdicht sind:

- nach RAL eingebaute Fenster und Türen
- Folie
- Putz
- Gipskartonplatten (da gehen die Meinungen aber auseinander, optimal sind die wohl nicht)
- Beton/Estrich

Dinge, die NICHT luftdicht sind:

- unverputztes Mauerwerk
- Dämmung
- Holz
- Bauschaum

Man muss sich also für jedes Gebäudeteil überlegen, was die luftdichte Schicht nach draußen ist. Bei uns sind alle Fenster und Türen nach RAL eingebaut. Alle Wände sind verputzt, auch die, die mit Rigips verkleidet wurden. Nach oben hin wurde im Zuge der Flockdämmung eine luftdichte Folie überall befestigt. Da wir auch sicher sind, das unsere Handwerker wissen, was sie tun, hatten wir gar keine Bedenken, dass da geschlampt wurde.

Gestern wurde es dann also ernst.

Zuerst klebten wir die dezentrale Lüftungsanlage im Wohnzimmer ab:



Anschließend baute der Blowerdoor Mensch seinen Ventilator in die Tür des Nebeneingangs:



Dann nahm er sich der zentralen Lüftungsanlage an. Die bekam oben auf dem Dachboden einen Luftballon verpasst. Da bei uns ja alles besonders ist (auch die Lüftungsanlage), schaffte der Ingenieur es anfangs nicht, die Lüftunganlage luftdicht zu bekommen, was durch einen Wert von 3,8 deutlich angezeugt wurde. Am Ende klebten wir im ganzen Haus die Lüftungsöffnungen ab:



Der nächste Wert war mit 3,1 aber immer noch unter aller Sau, was den Messer etwas verwirrte, da er ja gesehen hatte, dass eigentlich mit hoher Qualität saniert wurde. Und ein solcher Wert bedeutet schon ein großes Leck… Also gingen wir nochmal alle Räume ab. Es wurde mit einem Messgerät überall der Luftstrom gemessen. Dadurch wurden zahllose kleine Lackagen aufgedeckt. Angefangen vom Sicherungskasten und einigen Stromverteilungen, die ja den Putz (also die luftdichte Schicht durchbrechen und die Luft ins Mauerwerk leiten. Die Lampen in der Dusche sind ebenfalls etwas undicht, da ging beim Bohren die Folie darunter kaputt. Unsere Dachluke ist nicht ganz perfekt eingebaut, da ziehts auch durch. Ebenso wie durch unsere (eigentlich luftdichte) Kellertür. Aber auch nachdem wir all diese Kleinigkeiten abgeklebt hatten, lag der Wert noch bei 2,9. Diese Dinge hatten also nicht den Wahnsinnseinfluss auf die Messung.

Nachdem wir mehrfach alle Räume durchgegangen sind, war der Blowerdoor-Messer ziemlich verwirrt. Es stellte sich letztlich heraus, dass das Wohnzimmer im Gesamten eine Leckage ist. Nachdem wir mal die Wohnzimmertür schlossen und unten (wo es am meisten zog) abklebten, ging der Wert sofort auf 2,2 runter. Innerhalb des Wohnzimmers ließ sich jedoch keine größere Leckage erkennen, was wieder zu Verwirrung führte.

Im Vorfeld, schon vor ein paar Wochen, fiel mir jedoch bereits eine riesige Undichtigkeit im Wohnzimmer auf: Der Boden. Von oben betrachtet haben wir folgenden Aufbau:

- Parkett
- alte Dielen
- Holzbalken und Gefache
- Heraklitplatten
- Alter Putz
- Dämmung

Die letzten drei Sachen bilden die Decke des Partyraums. Das einzige, was da luftdicht sein kann, ist der Putz. Ein 60 Jahre alter, rissiger, bröseliger Putz. Bereits bei der Preisverleihung des Wettbewerbs fragte ich unseren Energieberater, ob das ein Problem sein könnte. Er zuckte nur mit den Schulter und sagte “Eigentlich müsste der Putz ja reichen, aber ich habe ihn ja nicht gesehen.” Jetzt sieht es aber so aus, dass genau das das Problem sein muss. Der Ingenieur für die Messung hatte eher das Wohnzimmerdach als Übeltäter vermutet. Ich habe ihm jetzt Bilder von der damals eingezogenen Folie geschickt. In meinen Augen kann das nicht das Problem sein. Er will sich mit einem Kollegen beraten und sich dann melden. Leider lässt sich diese Lackage nur mit einer Thermographie sicher feststellen, was aber wieder einige Hundert Euro kosten würde.

Tja. Da stehen wir nun mit unserem undichten Wohnzimmer. Mit Pauken und Trompeten beim Blower Door Test durchgefallen. Ein paar Hundert Euro für die Messung in die Luft geblasen (im wahrsten Sinne). Obwohl wir die Schlacht um den Zuwendungbescheid der EOR (mit ungewöhnlichen Mitteln) gewonnen haben, ist der Gewinn des Krieges in weite Ferne gerückt…. Ebenso wie die Gestaltung unseres Gartens. Denn dafür hätten wir die Förderungen verwendet. Bye-Bye Holzterasse, Bye-Bye Hochbeete, Bye-Bye neuer Gartenweg, Bye-Bye Outdoorsitzsäcke… Dieses Jahr wird es wohl nichts.

Nein, wir wollen nicht auf die Fördergelder verzichten. Da gehts um einige Tausend Euro. Aber was das nun bedeutet, daran darf ich gar nicht denken. Ich vermute, wir müssen den Wohnzimmerboden mit einer Folie abdichten. Das bedeutet: Möbel raus, Parkett raus, Dielen raus. Folie rein, neuer Boden rein, Parkett rein. Klingt einfach, aber ausgerechnet im Wohnzimmer stehen diese riesigen, massiven Möbel. *heul* Tisch ca. 100kg, Kommode 150kg, große Couch…. Und an den Dreck darf ich ja gar nicht denken! Ich mag einfach keine Baustelle mehr im Haus haben. :-(

Und weil ich daran gar nicht denken mal, sprechen wir jetzt einfach von was ganz anderem. Unser Innenhof. Da sollte ja Holz hin. Aber weils dort so schattig ist und wir ja schon im Garten eine Holzterasse bekommen (oder auch nicht, *seufz*) haben wir beschlossen dort zu Pflastern. Es sind zwei Pflaster in die enge Wahl gekommen, das eine mag Gunnar, das andere mag ich. Meine Wahl ist natürlich wieder die teurere :roll:
Was meint ihr, was ist hübscher?

Cassetta:



Cavarino:



Die Steine (und auch die Bilder) gibts bei der Firma EHL. Das Pflaster wird in eine Schotterbett gelegt. Dazu werden noch Lampen in den Boden eingelassen, die die Mauer bestrahlen. Wobei ich schon gemerkt habe, dass diese Lampen nicht die Günstigsten sind… Aber egal. Wenn schon kein Garten dieses Jahr, dann wird eben der Innenhof schön gemacht! So!

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7 comments to Dinge, die man am Freitag, den 13. nicht tun sollte….

  • Stefan

    Das untere ist natürlich schöner :-)

  • Daniel

    Das untere ist auch günstiger ;)

  • Christian

    Ich finde das obere schöner.

  • tina

    Oh das obere sieht aber sehr schick aus… Kommt wahrscheinlich auch auf die Farbe von der (späteren) holzterasse an,dass es harmonisch aussieht. Jaja die EHL,die bereitet mir momentan auch schlaflose Nächte … ;)

  • isabelle

    dad obere ist viiiiiel schöner!!!

  • Alex

    Cassetta ftw

  • Anna

    Ihr seid auf meiner Seite…. Hm, günstiger ist aber auch gut. Wir werden wohl nochmal zur Ausstellung fahren und mal ein Fassadenmuster neben das Pflaster halten.

    Die Holzterasse später ist weit weg, da muss nix harmonisieren. Sonst wäre es ja noch schwieriger…….

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