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Time to say Goodbye...

Alles geht mal zu Ende. Und auch dieser Blog hat seine Lebensdauer schon lange überschritten. Natürlich ist noch viel zu tun. Aber dies geschieht so schleppend, dass ich hier gerne einen Schlusstrich ziehen möchte.

Noch offen ist natürlich der Garten. Da sich hier aber neue Möglichkeiten bei der Grundstückverteilung ergeben könnten, wird das noch eine Zeit dauern bis wir hier beginnen können. Weiterhin offen ist die Luftdichtigkeit, die noch nicht ganz unseren Ansprüchen genügt. Der Rest des Hauses ist eigentlich fertig. Und ein neues Jahr ist eine schöne Gelegenheit, etwas abzuschließen und ein Resümee zu ziehen.

Es liegt ein anstrengende und aufregende Zeit hinter uns. Anfang 2010 kauften wir unser Haus, das wir von Grund auf sanieren mussten. Ziel war ein Niedrigenergiehaus nach EnEV. Und wir haben unser Ziel erreicht. Innerhalb von weniger als einem Jahr, erneuerten wir nahezu alles, was in einem Haus zu erneuern ist. Neben neuen Stromleitung, komplett neuem Heizungs-, Wasser- und Lüftungssystem, wurden neue Fenster eingebaut, die Fassade gedämmt, Böden gedämmt, alle Böden neu verlegt, Decken erneuert, Wände verputzt. Dazu wurde ums Haus herum gepflastert, die Bäder komplett erneuert, neue Fenster gebrochen, Mauern hochgezogen und Wände eingerissen. Das Dach wurde neu gedeckt, eine Solaranlage installiert, Bäume gefällt und Öltanks entsorgt.

Nichts blieb wie es war. Es wurden Unmengen an Tonnen von Bauabfällen auf der Müllkippe entsorgt.

An dieser Stelle mal ein paar Vorher-Nachher-Ansichten:











Ich hoffe die Bilder geben nochmal einen Eindruck, was man aus einem alten Haus machen kann. Natürlich wird es immer ein altes Haus bleiben. Mit Ecken, Kanten und Vergangenheit. Gebaut wurde das Haus 1850. Es hat zwei Weltkriege erlebt. Kein Mensch auf dieser Erde ist so alt wie dieses Haus. Das lässt sich nicht verleugnen. Aber auch das lieben wir an dem Haus: Dass es nicht perfekt ist und auch gar nicht den Anspruch erhebt, perfekt zu sein.

Die letzten Jahre waren sehr anstrengend. Obwohl wir nahezu alle Gewerke an Handwerker abgegeben haben, gab es in den 9 Monaten zwischen Sanierungsbeginn und Einzug keinen Tag, an dem wir nicht auf der Baustelle irgendwas tun mussten. Immer wieder gab es Tapeten zu entfernen, alte Böden, Decken oder Wandpaneele abzureißen, Vorbereitungen für die Handwerker zu treffen, zur Müllkippe zu fahren… Man ahnt gar nicht, was alles auf einen zukommt. Und man kann sich gar nicht vorstellen, welche Belastung eine solche Sanierung darstellt, wenn man nebenher noch arbeitet und das normale Leben mit allen Höhen und Tiefen ohne Rücksicht auf arme, erschöpfte Bauherren einfach weiterläuft. Wäre uns wirklich bewusst gewesen, was nach dem Kauf auf uns zukommt, wir hätten es wohl nicht gemacht. Also war es ein großes Glück, dass wir doch etwas naiv waren, was den Aufwand anging. Ob wir es nochmal tun würden? Ich glaube, die Energie für ein solches Projekt bringt man nur einmal im Leben auf. Von daher werden wir so etwas wohl nicht nochmal machen. Aber ich bereue nicht einen einzigen Schritt und bin glücklich, dass wir diesen Weg gegangen sind. Entgegen vieler Gegenstimmen (nicht zuletzt sogar von unserem Energieberater). Nach dem Einzug dauerte es noch weitere drei Monate bis alle Räume fertig waren. Terrasse und Partyraum haben erst diesen Sommer ihr finales Gesicht bekommen.

Wie wir das alles geschafft haben? Wir hatten unglaubliche Helfer:



Es gab natürlich noch viel mehr liebe Menschen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Manche waren stets zur Stelle und packten tatkräftig mit an, andere unterstützten mit kleinen und großen Gesten und gutem (oder gut gemeintem :cool: ) Rat. Und jeder einzelne hat mit seinem Einsatz zum Erfolg beigetragen. Man kann gar nicht genug danken. Und wir hoffen, uns bei jedem einzelnen in Zukunft noch revanchieren zu können. Vielleicht ist der ein oder andere verrückt genug, ein ähnliches Projekt anzugehen, dann werden wir natürlich da sein. Mit gutem Rat. ;-)

Dieser Blog wird uns eine schöne Erinnerung sein und ich freue mich, dass ich den ein oder anderen damit unterhalten konnte und einen Einblick geben konnte, was es bedeutet, ein Haus zu sanieren.

Vielen Dank an dieser Stelle auch für die vielen aufmunternden Worte, die mich motiviert haben, diesen Blog stets weiter zu führen.

Bye-Bye.

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6 comments to Time to say Goodbye…

  • steffie

    Ihr habt wahnsinnig viel am und im Haus getan—–aber LEIDER ist nix mehr vom Charme des alten Hauses übrig :-(

    Traurig auch,das die alten Türen im Müll gelandet sind—-es gibt genug Liebhaber solcher Stücke—wo sie hätten weiter weilen können.

  • Anna

    Hallo Steffie,

    ich weiß, was du meinst. Leider gab es wirklich nichts, was man hätte erhalten können. Leider gab es im Haus kaum was aus der Jahrhundertwende, sondern Alutüren aus den 80er, Chemieverklebte PVC-Böden aus den 70ern. Wenn mal alte Dielen irgendwo noch auftauchten, waren sie wirklich nicht mehr herzurichten. Alles was Charme gehabt hätte, ist schon vor vielen, vielen Jahren überklebt, übermalt oder zerstört worden. Die Balken der Decken waren auch keine alten, handgehobelten Holzbalken aus dem 19.Jahrhundert, sondern auch “nur” Kanthölzer aus den 60er jahren, Innentüren waren aus Pressholz, 80er Jahre, Bruchsteinmauern draußen waren dick überputzt… Den ursprünglichen Charme des alten Hauses gab es schon seit den 70er Jahren nicht mehr.

    Also gaben wir dem Haus ein neues Gesicht, haben aber Form und Stil bewahrt. Kein Sichtbeton, keine Hochglanzküche, keien Glastüren…

  • Sieht wirklich super aus!! :)

  • Respekt – das nenne ich mal Vorher-Nachherbilder! Ihr habt wirklich viel geleistet und das Ergebniss kann sich sehen lassen!
    Nach dem ersten Blick wollte ich auch schon einen Kommentar wie Steffie schreiben – aber deine Antwort klingt natürlich logisch :)

  • Hallo,

    wirklich ein Wahnsinnsprojekt. Sieht echt toll aus!!!
    Darf ich fragen wie viel Kosten ihr investiert habt??? Mein Freund und ich wollen nämlich auch demnächst unser Sanierungsprojekt starten ;) Wir kalkulieren ziemlich knapp und hoffen dass wir mit Eigenleistung viel sparen können. Aber es wäre interessant mal von anderen Sanierungsprojekten diesbezüglich etwas zu erfahren.
    Wäre toll, wenn ihr mir mal mailt (juliane.heims@yahoo.de) oder euch unser Projekt anschaut ;)

    LG und eine schöne Zeit in eurem neuen zu Hause
    Jule

  • schön, Hut ab !
    sind diese alten Schindelhäuser in Deutschland nicht unter
    Heimatschutz ?
    in der Schweiz schon…da darf man diese “Schuppen” an der
    Aussenfassade nicht wegnehmen.

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